Mein Gehirn im Dauerurlaub – Alltag mit Depersonalisation, Derealisation & Angst
An manchen Tagen wache ich auf, und mein eigener Körper fühlt sich an wie ein fremdes Raumschiff. Hallo Beine! Hallo Arme! Wer seid ihr überhaupt? Ach ja… wahrscheinlich ich. Ich strecke die Finger aus, und sie wackeln, als hätten sie ihren eigenen Willen. Mein Gehirn sitzt auf der Tribüne, Sonnenbrille auf, Cocktail in der Hand: „Sehr gut, Hauptfigur, weiter so! Du siehst überzeugend aus… irgendwie.“
Und dann setzt die Angst ein. Diese Mischung aus „Was, wenn ich nie wieder richtig ich selbst bin?“ und „Habe ich meinen Körper gerade komplett verloren?“ begleitet mich wie ein ungebetener Reisebegleiter, der Popcorn knabbert, während er mir ins Ohr flüstert: „Viel Spaß im verrückten Freizeitpark, Hauptfigur!“
Frühstück im Paralleluniversum
Frühstück oder ein Snack wird zu einem epischen Abenteuer. Ich halte den Löffel in der Hand und frage mich, ob das wirklich mein Löffel ist oder ein magischer Gegenstand aus dem Harry-Potter-Universum. Die Milch im Glas wirkt wie durch einen verzerrten Filter. Küchentheke, Toaster, Brotmesser – alles wirkt fremd und leicht bedrohlich. Angst zwickt in der Magengegend: „Alles verschwimmt. Alles fühlt sich falsch an.“
Spiegelbilder der Unsicherheit
Dann Zähneputzen. Die Zahnbürste fühlt sich wie ein futuristisches Gerät an, Schaumbildung überall. Mein Spiegelbild starrt mich an: „Bist du das wirklich?“ Ich schlucke: „Keine Ahnung.“ Fliesen wirken wie flüssiges Metall, die Zahnpastatube wie ein kleiner Drache. Mein Gehirn auf der Tribüne murmelt: „Sehr elegant, Hauptfigur. Weiter existieren.“
Angst und Humor im Duell
Duschen. Wasser fällt, Seife schäumt, Tropfen bewegen sich wie winzige Trampoline. Mein Körper wackelt. Angst sitzt auf meiner Schulter und flüstert: „Vielleicht bist du gar nicht real.“ Gleichzeitig denke ich: „Okay, merkwürdiger Kurzfilm, ich bin bereit für die nächste Szene.“ Die Dusche wirkt wie ein Portal, die Fliesen spiegeln verzerrte Versionen von mir. Dissoziation und ein Hauch Humor kämpfen Kopf-an-Kopf gegen Panik.
Mittagessen als absurdes Schauspiel
Mittagessen oder Snack: Sandwich schneiden, Brot aus einem abstrakten Malbuch, jeder Bissen ein absurdes Schauspiel. Teller schweben, Tisch wirkt wie Bühne, Stühle seltsam deformiert. Angst klopft erneut an, subtil, aber spürbar.
Zwischendurch ein Glas Wasser trinken. Die Flüssigkeit scheint schwerelos zu fließen. Alles verschwimmt. Möbel wirken wie lebendig, Türgriffe wie Rätsel, Lichtschalter wie kleine Prüfungen. Mein Herz denkt: „Moment… vielleicht ist das alles gar nicht echt?“
Abendliche Fernsehreise: Tyrannosaurus Angst im Nacken
Abends beim Fernsehen oder Entspannen: Die Wände fließen, Farben verschieben sich, die Realität ist gleichzeitig vertraut und fremd. Mein Gehirn sitzt auf der Tribüne, Popcorn in der Hand: „Sehr gut, Hauptfigur. Fast zu überzeugend.“ Die Angst ist wieder da, riesig wie ein Tyrannosaurus Rex, sitzt mir im Nacken. Selbst das Sofa wirkt fremd, die Fernbedienung wie ein Artefakt aus einer Parallelwelt.
Alltag zwischen Realität und Dissoziation: Kontrolle optional
Kurz vor dem Schlafengehen oder wenn der Tag endet, blicke ich zurück: Beine wackeln, Milch verschüttet, Sandwich gegessen, Zähne geputzt, Dusche überlebt, Wasser getrunken, Fernsehabenteuer überstanden. Die Welt bleibt fremd, die Angst präsent – aber ich bin noch hier. Hauptrolle, Statist und Zuschauer zugleich in einer bizarren Show zwischen Realität, Verzerrung und Panik.
Alltag mit Depersonalisation, Derealisation, Dissoziation und Angst ist wie ein surrealistisches Theaterstück: Kontrolle fraglich, Realität optional, immer unberechenbar – und die Angst macht die Show intensiv. Jede Kleinigkeit – Lichtschalter, Gläser, Türen – kann zu einer Herausforderung werden, die mich zwingt, Schritt für Schritt zu existieren, während mein Gehirn auf der Tribüne sitzt und mich beobachtet.

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