DBT - Dialektisch-Behaviorale Therapie
Die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) ist eine Therapieform, die Menschen hilft, mit sehr starken Gefühlen, innerer Anspannung und schwierigen Beziehungen besser umzugehen. Sie wurde für Menschen entwickelt, die sich schnell überwältigt fühlen, starke Stimmungsschwankungen erleben oder impulsiv handeln – zum Beispiel sich selbst schaden, heftig streiten oder sich sehr leer fühlen.
Ein wichtiger Gedanke in der DBT ist:
Du bist okay, so wie du bist – und gleichzeitig darf sich etwas verändern.
Beides gehört zusammen.
Wie läuft DBT ab?
DBT ist eine strukturierte Therapie, die dir konkrete Werkzeuge an die Hand gibt. Meist findet sie in spezialisierten Kliniken oder Tageskliniken statt. In manchen Fällen ist DBT auch ambulant möglich, also ohne stationären Aufenthalt – das ist jedoch seltener und hängt von der individuellen Situation sowie von passenden Angeboten vor Ort ab.
DBT besteht in der Regel aus:
-
Gesprächen in der Einzeltherapie
-
einem Skillstraining (oft in der Gruppe)
-
Übungen für den Alltag
Du lernst Schritt für Schritt neue Fähigkeiten, um dein Leben stabiler und leichter zu gestalten.
Die DBT-Module – das lernst du
1. Achtsamkeit
Du lernst, im Hier und Jetzt zu sein und wahrzunehmen, was gerade in dir
passiert – ohne dich dafür zu verurteilen. Das hilft, nicht sofort zu
reagieren, sondern einen Moment innezuhalten.
2. Umgang mit Krisen (Stresstoleranz)
Dieses Modul hilft dir in akuten Situationen, wenn die Gefühle zu stark
werden. Du lernst Möglichkeiten, um extreme Anspannung auszuhalten, ohne
dir selbst zu schaden oder Dinge zu tun, die du später bereust.
3. Gefühle verstehen und beeinflussen (Emotionsregulation)
Hier geht es darum, deine Gefühle besser kennenzulernen:
Warum sind sie so stark? Was verstärkt sie? Was hilft, sie zu beruhigen?
Du lernst, mit Gefühlen umzugehen, statt von ihnen überwältigt zu werden.
4. Beziehungen besser gestalten
In diesem Modul lernst du, deine Bedürfnisse klar auszudrücken, Grenzen
zu setzen und Konflikte fair zu lösen – ohne dich selbst aufzugeben oder
andere zu verletzen.
5. Selbstwert stärken (je nach Programm)
Manche DBT-Angebote arbeiten zusätzlich an Selbstakzeptanz, Identität und dem Umgang mit Schuld- und Schamgefühlen.
Was ist das Ziel der DBT?
DBT soll dir helfen,
-
emotionale Krisen besser zu bewältigen
-
dich selbst besser zu verstehen
-
weniger unter impulsivem Verhalten zu leiden
-
stabilere Beziehungen zu führen
-
Schritt für Schritt mehr Lebensqualität zu gewinnen
DBT ist kein schneller „Wegmach-Ansatz“, sondern eine Unterstützung dabei, mit dir selbst freundlicher und sicherer umzugehen.
Wichtig zu wissen:
Die DBT wurde ursprünglich speziell für Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung entwickelt und gilt hier bis heute als eine der wirksamsten Therapieformen. Inzwischen zeigt sich jedoch, dass die Inhalte der DBT auch vielen anderen Menschen helfen können, die unter starken Gefühlen, innerer Anspannung oder impulsivem Verhalten leiden. Deshalb wird DBT heute nicht nur bei Borderline eingesetzt, sondern auch dann, wenn ähnliche Schwierigkeiten im Vordergrund stehen – unabhängig von einer bestimmten Diagnose.
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