Heilung vs. Lernen mit Borderline zu leben

 

Viele Menschen fragen sich nach der Diagnose Borderline:    „Kann ich geheilt werden – oder bleibt das jetzt für immer?“

Viele Menschen fragen sich nach der Diagnose Borderline:

„Kann ich geheilt werden – oder bleibt das jetzt für immer?“

Die ehrliche Antwort ist: Borderline ist kein Schnupfen, der nach zehn Tagen weg ist.
Aber – und das ist die gute Nachricht – es ist auch kein lebenslanges Gefängnis.

„Heilung“ wird oft so verstanden, dass alles verschwindet:
keine intensiven Gefühle mehr, keine Krisen, keine Trigger, keine inneren Achterbahnfahrten.

Das wäre schön. Aber auch ein bisschen unrealistisch – und ehrlich gesagt: auch ziemlich langweilig.

Was stattdessen möglich ist (und sehr häufig passiert):
lernen, mit Borderline zu leben.

Das heißt nicht aufgeben. Es heißt verstehen, steuern und sich selbst nicht mehr dauernd im Weg stehen.

Mit der Zeit lernen viele:

  • Gefühle kommen – und gehen wieder (wirklich!)

  • Impulse sind keine Befehle

  • Beziehungen dürfen stabil sein, auch wenn es sich innerlich manchmal chaotisch anfühlt

  • Ein schlechter Tag ist kein Rückfall, sondern einfach… ein schlechter Tag

Man könnte sagen:
Borderline bleibt vielleicht im System, aber es sitzt nicht mehr am Steuer.

Und manchmal merkt man erst Jahre später:
Die Dinge, die früher unmöglich schienen, sind plötzlich Alltag.
Nicht perfekt. Nicht immer ruhig.
Aber lebbar, echt und oft sogar ziemlich gut.

Heilung oder Lernen zu leben?
Vielleicht ist es gar kein Entweder-oder.
Vielleicht ist es ein Prozess – mit Umwegen, Pausen, Rückschritten und sehr viel Wachstum.

Und falls du dich fragst, ob du „richtig“ bist, so wie du bist:

Ja. Auch mit Borderline.
Vor allem mit dem Mut, dich damit auseinanderzusetzen.

 

 

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