Grenzenlos erwachsen? Nein danke!
Manche Menschen werden älter, andere reifer – und dann gibt es uns: die Spezialedition des Lebens, limitiert, mit Sonderfunktionen, die keiner bestellt, aber jeder irgendwie bewundert. Ein bisschen Borderline-Charme, ein Hauch emotionaler Achterbahn, und dazu dieses unerschütterliche „Ich-will-aber-noch-nicht-erwachsen-sein“-Gefühl, das wie ein Teddybär im Herzen wohnt und sich weigert auszuziehen.
Während andere ihren Steuerordner farblich sortieren, sind wir schon stolz, wenn wir nicht aus Versehen die Fernbedienung im Kühlschrank abgelegt haben.
Zwischen Teddybär und Chaos – eine persönliche Liebeserklärung an mein ewiges Kind
Es gibt Menschen, die gleiten elegant in die Welt der Erwachsenen hinein. Sie scheinen morgens aufzuwachen, sich einmal zu strecken und zu sagen: „So, ab heute bin ich verantwortlich, stabil und emotional ausgeglichen.“
Ich hingegen wache auf und denke zuerst: „Warum fühlt sich heute alles so intensiv an – und wieso steht mein inneres Kind schon mit einem Schokopudding bewaffnet auf meinem Bauch?“
Ich habe irgendwann akzeptiert, dass ich nicht zu diesen klassischen Erwachsenen gehöre. Ich bin eher so eine Spezialedition des Menschseins: mit besonders sensibler Software, spontanen Updates meiner Emotionen und gelegentlichen Systemabstürzen – aber auch mit leuchtenden Farben, mit kindlicher Begeisterung und dieser wild wackelnden Unruhe, die mich antreibt, als wäre ich beständig auf Dauerlutscher eingestellt.
Mein inneres Kind ist der Typ, der jede Schaukel und jede Wippe erstürmt, die ihm über den Weg laufen – und wehe, die Schaukel ist besetzt.
Dieses innere Kind tanzt, dieser kleine Wirbelwind in mir.
Es ist süß, chaotisch, anhänglich, manchmal frech – und oft zu ehrlich.
Und genau das macht uns doch so herrlich menschlich.
Die Vorzüge des inneren Kindes:
Wir können uns noch über Kleinigkeiten freuen: über Seifenblasen, Pommes, Glitzer, eine freie Schaukel oder darüber, dass der Paketbote tatsächlich heute gekommen ist.
Wir sind spontan, kreativ, leidenschaftlich – und haben ein Herz, das manchmal so groß ist, dass wir fast drüber stolpern.
Die Nachteile – klar, die gibt’s auch:
Unsere Gefühle haben keinen Führerschein, fahren aber trotzdem. Und zwar manchmal quer über die Autobahn des Lebens.
Entscheidungen? Pfff. Wer braucht Entscheidungen, wenn man stattdessen 27 Gefühle gleichzeitig haben kann?
Und natürlich wollen wir nie erwachsen werden… außer wir müssen. Dann aber bitte sofort, perfekt – und danach wieder überhaupt nicht.
Und dann das Borderline-Upgrade dazu:
Wir lieben intensiver, reden intensiver, fühlen intensiver – alles im HD-Format.
Ja, manchmal ist’s anstrengend.
Aber es ist auch unfassbar lebendig.
Wie ein Feuerwerk, das nicht fragt, ob heute ein ruhiger Abend geplant war.
Und jetzt? Weiter erwachsen werden oder doch lieber Kind bleiben?
Vielleicht sind wir nicht die Menschen, die reibungslos in der Welt der grauen Anzüge und perfekt sortierten Wochenpläne funktionieren.
Vielleicht sind wir die, die zwischendurch stolpern, die manchmal zu laut lachen, zu intensiv fühlen, zu schnell lieben, zu schnell zweifeln.
Aber wir sind auch die, die echtes Staunen noch kennen.
Die, die Welt in kindlichen Farben sehen, während andere längst nur noch Schattierungen erkennen.
Die, die nicht nur leben, sondern spüren – manchmal zu viel, manchmal chaotisch.
Eigentlich möchte ich dieses freche, spontane, alberne Kind in mir gar nicht hergeben.
Es trägt sein Herz auf der Zunge, stolpert fröhlich durchs Leben, erzählt ungefragt peinliche Geschichten – und ganz ehrlich: Ohne diesen kleinen Frechdachs wäre mein Leben nur halb so unterhaltsam.
Und vielleicht ist das genau der Grund, warum es seinen Platz in mir behalten darf.
Hand aufs Herz: Es wäre wirklich viel zu schade, dieses kleine Chaos-Wesen aufzugeben.

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