Wenn Kritik und ich uns begegnen – eine Tragikomödie in drei Akten
– ein überdramatisches Duo, das keiner bestellt hat.
Ich weiß auch nicht, was Kritik gegen mich
persönlich hat.
Ich sitze da, mache meine Projekte, fühle mich
halbwegs kompetent, denke mir: „Hey, läuft doch!“
Und dann kommt Kritik rein, als wäre sie die
übermotivierte Hausmeisterin meines emotionalen Wohnblocks:
„Jo,
ich klopf nur kurz an…“
BÄM!
Mein Gehirn schmeißt daraufhin sofort alle
Browserfenster in die Luft, drückt den „PANIK!!“-Knopf und
ruft:
„Hey du da, ich wollte dich nur kurz darüber informieren,
dass ALLES FALSCH IST!!!“
Es ist, als hätte mein innerer Projektmanager einen riesigen roten Knopf im Büro stehen, den man eigentlich NIE drücken sollte – und Kritik ist dieser kleine, nervige Windstoß, der ihn einfach antippt.
Wumm.
Alles fährt runter. Motivation gelöscht. Hoffnung
im Papierkorb.
Mein Selbstwertgefühl stolpert verwirrt herum und
sagt:
„Ich möchte SOFORT Urlaub nehmen… Burnout ist gerade
total in.“
„Projekt? Nein. Zu emotional verletzt. Wir stellen
das bitte ein. Dankeschön.“
Wir löschen die Webseite, den
Text, den Kommentar… und zur Sicherheit auch gleich noch das ganze
Internet.
Ich investiere Stunden, Tage, Wochen Herzblut,
das
sind meine kleinen digitalen Babys – nur mit HTML statt Windeln.
Und das Absurde?
Die Kritik ist oft nicht mal
schlimm.
Es könnte jemand sagen:
„Der Hintergrund könnte
vielleicht etwas heller sein.“
Und ich übersetze das automatisch zu:
„Du hast
komplett versagt. Ich weiß nicht, wie du es geschafft hast zu atmen…
ohne Hilfe.“
Und dann sitze ich da, schimpfe liebevoll mit meinem
eigenen Gehirn:
„Alter, beruhig dich. Es ist nur Kritik, kein
Weltuntergang.“
Und mein Gehirn so, mit Megafon auf einer mentalen Mülltonne stehend:
ZURÜCK ZUM PANIKRAUM! SCHNELL! NEHMT DIE COOKIES MIT!!”
Und als wäre das nicht genug, öffnet mein Kopf noch 27 zusätzliche Tabs, die keiner bestellt hat:
- „Sollte ich auswandern?“
- „Vielleicht werde ich doch Okapi-Hirtin.“
- „Warum existiere ich?“
- „Kann man Emotionen in einen Papierkorb ziehen?“
Währenddessen flüstert mein innerer
Monk:
„Vielleicht einfach… die Hintergrundfarbe ändern?“
Aber der Dramamodus antwortet:
„NEIN! Wir müssen
ALLES LÖSCHEN! DEN PC EXORZIEREN! EINEN NEUANFANG MACHEN!
Wir
brauchen Räucherkerzen! einen Weihwasserkessel! Ein Exorzismus-Plugin!!!“
Und am Ende, wenn die emotionale Dramashow langsam
abgeklungen ist, sitze ich da wie ein leicht überfahrener Hamster
und murmel:
„Okay… vielleicht war das… ein bisschen viel.“
Dann mach ich mir einen Tee, atme einmal tief durch,
öffne die Projekte wieder und sage zu mir selbst:
„Wir löschen
heute mal nichts.
Wir überleben das.
Und wenn Kritik
wiederkommt, kriegt sie vorher eine Nummer und muss im Wartezimmer
bleiben.“
Und seien wir ehrlich:
Ganz ohne Drama wäre es ja
auch langweilig.
Irgendwer muss schließlich für Spannung sorgen
–
und mein Borderline Gehirn macht den Job sehr enthusiastisch.

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