Freitag, 21. November 2025

Triggerwarnung: Meinung

Wenn Kritik und ich uns begegnen – eine Tragikomödie in drei Akten


Wenn Kritik und ich uns begegnen – eine Tragikomödie in drei Akten

– ein überdramatisches Duo, das keiner bestellt hat.

Ich weiß auch nicht, was Kritik gegen mich persönlich hat.
Ich sitze da, mache meine Projekte, fühle mich halbwegs kompetent, denke mir: „Hey, läuft doch!“

Und dann kommt Kritik rein, als wäre sie die übermotivierte Hausmeisterin meines emotionalen Wohnblocks:
„Jo, ich klopf nur kurz an…“

BÄM!

Mein Gehirn schmeißt daraufhin sofort alle Browserfenster in die Luft, drückt den „PANIK!!“-Knopf und ruft:
„Hey du da, ich wollte dich nur kurz darüber informieren, dass
ALLES FALSCH IST!!!

Es ist, als hätte mein innerer Projektmanager einen riesigen roten Knopf im Büro stehen, den man eigentlich NIE drücken sollte – und Kritik ist dieser kleine, nervige Windstoß, der ihn einfach antippt.

Wumm.

Alles fährt runter. Motivation gelöscht. Hoffnung im Papierkorb.
Mein Selbstwertgefühl stolpert verwirrt herum und sagt:
„Ich möchte SOFORT Urlaub nehmen… Burnout ist gerade total in.“

„Projekt? Nein. Zu emotional verletzt. Wir stellen das bitte ein. Dankeschön.“
Wir löschen die Webseite, den Text, den Kommentar… und zur Sicherheit auch gleich noch das ganze Internet.

Ich investiere Stunden, Tage, Wochen Herzblut,
das sind meine kleinen digitalen Babys – nur mit HTML statt Windeln.

Und das Absurde?
Die Kritik ist oft nicht mal schlimm.
Es könnte jemand sagen:
„Der Hintergrund könnte vielleicht etwas heller sein.“

Und ich übersetze das automatisch zu:
„Du hast komplett versagt. Ich weiß nicht, wie du es geschafft hast zu atmen… ohne Hilfe.“

Und dann sitze ich da, schimpfe liebevoll mit meinem eigenen Gehirn:
„Alter, beruhig dich. Es ist nur Kritik, kein Weltuntergang.“

Und mein Gehirn so, mit Megafon auf einer mentalen Mülltonne stehend:

„ABER ES KÖNNTE EIN WELTUNTERGANG SEIN!!! WIR WERDEN ALLE STERBEN!!!
ZURÜCK ZUM PANIKRAUM! SCHNELL! NEHMT DIE COOKIES MIT!!”

Und als wäre das nicht genug, öffnet mein Kopf noch 27 zusätzliche Tabs, die keiner bestellt hat:

  •   „Sollte ich auswandern?“
  •  „Vielleicht werde ich doch Okapi-Hirtin.“
  •  „Warum existiere ich?“
  •   „Kann man Emotionen in einen Papierkorb ziehen?“

Währenddessen flüstert mein innerer Monk:
„Vielleicht einfach… die Hintergrundfarbe ändern?“

Aber der Dramamodus antwortet:

„NEIN! Wir müssen ALLES LÖSCHEN! DEN PC EXORZIEREN! EINEN NEUANFANG MACHEN!
Wir brauchen Räucherkerzen! einen Weihwasserkessel! Ein Exorzismus-Plugin!!!“

Und am Ende, wenn die emotionale Dramashow langsam abgeklungen ist, sitze ich da wie ein leicht überfahrener Hamster und murmel:
„Okay… vielleicht war das… ein bisschen viel.“

Dann mach ich mir einen Tee, atme einmal tief durch, öffne die Projekte wieder und sage zu mir selbst:
„Wir löschen heute mal nichts.
Wir überleben das.
Und wenn Kritik wiederkommt, kriegt sie vorher eine Nummer und muss im Wartezimmer bleiben.“

Und seien wir ehrlich:
Ganz ohne Drama wäre es ja auch langweilig.
Irgendwer muss schließlich für Spannung sorgen –
und mein Borderline Gehirn macht den Job sehr enthusiastisch.


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