Donnerstag, 20. November 2025

Back again

 


Endlich zurück – ein Lebensupdate

Vielleicht ist euch schon aufgefallen, wie viel Zeit zwischen der Wiederaufnahme meines Blogs und meinem letzten Beitrag vergangen ist. In der Zwischenzeit ist in meinem Leben sehr viel passiert – und ich möchte ein wenig davon mit euch teilen.

Mein größter Wunsch ist endlich in Erfüllung gegangen: Ich bin aus meinem ungeliebten Wohnort zurück in meine alte Heimat gezogen – zusammen mit meinem Mann. Dieser Umzug war ein langer Weg, denn die intensive Wohnungssuche hat mehr als zwei Jahre gedauert. Ermöglicht wurde uns das Glück durch den Vorruhestand meines Mannes, der mittlerweile Rentner ist.

Doch es gab auch schwierige Zeiten. Während wir mitten im Umzug steckten und die alte Wohnung für die Übergabe vorbereiten mussten, erkrankte mein Mann schwer. Direkt nach dem Umzug war die Erkrankung lebensbedrohlich – zum Glück geht es ihm inzwischen wieder gut.

In dieser Zeit musste ich mich auch von meiner Therapie verabschieden, denn mein Therapeut ist in Rente gegangen. Den Weg ohne seine Begleitung weiterzugehen, fiel mir sehr schwer. Sein Beistand fehlt mir noch heute – auch wenn mein Mann zwischendurch immer wieder sagt, dass er sowieso nie zu Wort gekommen sei. grins

Auch die reale Selbsthilfegruppe, die ich gemeinsam mit einer Freundin geleitet habe, musste ich aufgeben. Es gab unüberbrückbare Differenzen innerhalb der Gruppe und zwischen mir und meiner ehemaligen Mitleiterin. Unsere Freundschaft endete dadurch ebenfalls. Die Coronasituation hat die Arbeit ebenfalls ungemein erschwert. Ich hätte vielleicht alleine weitergemacht, da unsere Gruppenbetreuerin hinter mir stand, fühlte mich dem aber nicht gewachsen – und da schon klar war, dass ich bald umziehen würde, wurde die Gruppe schließlich geschlossen.

Das bedeutet, dass ich heute keine reale Selbsthilfegruppe mehr habe. In meiner alten Heimat gibt es leider keine Borderline-Selbsthilfegruppe. Noch einmal eine Neugründung zu starten, wäre für mich ehrlich gesagt zu viel – ich habe hier weder die nötigen Verbündeten noch die passenden Anlaufstellen.

Trotzdem habe ich viel Zeit in meine/unsere Facebook-Gruppen investiert, und das ist nach wie vor ein wichtiger Teil meines Lebens. Natürlich kann das den echten persönlichen Kontakt nicht vollständig ersetzen, aber es ist eine wertvolle Möglichkeit, sich auszutauschen und verstanden zu fühlen.

Rückblickend kann ich sagen: Von der Diagnose bis heute habe ich einen langen Weg zurückgelegt. Manches hat sich zum Besseren verändert, anderes ist noch zu bearbeiten. Ich habe gelernt, dass Heilung und Selbstentwicklung ein langsamer, manchmal holpriger Prozess sind. Rückschläge gehören dazu – aber auch kleine Fortschritte, die Mut machen, weiterzugehen.

Und trotz aller Schwierigkeiten bin ich dankbar: für die Schritte, die ich gegangen bin, für die Menschen, die mich begleitet haben, und für die neuen Wege, die sich mir eröffnen. Ich habe gelernt, dass Veränderung möglich ist – auch wenn sie Zeit, Geduld und manchmal das Loslassen alter Strukturen erfordert.

In diesem Sinne möchte ich euch ermutigen: Es ist nie zu spät, Veränderungen anzugehen, sich selbst treu zu bleiben und kleine Schritte Richtung Glück zu machen – egal wie lang der Weg zu sein scheint.

 

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